1948 und 1950
Das Rätsel
Woods Kryptogramm war ein Test des Fortlebens nach dem Tod. Er wollte eine Botschaft veröffentlichen, sterben und dann versuchen, den Schlüssel über ein Medium zu übermitteln. Nur er kannte den Schlüssel; hätte ein Medium ihn geliefert, wäre das, so hoffte er, ein Indiz gewesen, dass etwas von ihm den Tod überdauert hatte. Die Idee übernahm er von dem Psychologen Robert Thouless.
Thouless’ Verfahren (1948)
In „A Test of Survival“ (Proceedings of the Society for Psychical Research 48) veröffentlichte Thouless verschlüsselte Botschaften, deren Schlüssel nur er kannte. Eine davon nutzte ein Verfahren, das ohne Schlüssel unknackbar sein sollte:
- Man wählt eine Textpassage als Schlüssel und überspringt jedes Wort, das schon vorgekommen ist.
- Jedes Wort wird zu einem Buchstaben. Man addiert seine Buchstaben (A=1 bis Z=26), teilt durch 26 und nimmt den Rest (1 ist A, 25 ist Y, 0 ist Z).
- Dieser Schlüsselbuchstabe verschiebt einen Buchstaben der Botschaft im Alphabet. A bedeutet keine Verschiebung, B eine Stelle, C zwei und so weiter, von Z wieder zurück zu A. Beim Entschlüsseln verschiebt man in die Gegenrichtung.
Jedes Schlüsselwort liefert die Verschiebung für einen Buchstaben der Botschaft. Eine Botschaft aus 21 Buchstaben braucht also 21 verschiedene Schlüsselwörter.
Woods Hinweise (1950)
T. E. Wood, ein 1887 in Yorkshire geborener Rechtsanwalt (Solicitor), der in Burma praktiziert hatte, antwortete mit „A Further Test for Survival“ (Proceedings 49). Er veröffentlichte FVAMI NTKFX XWATB OIZVV X und gab folgende Hinweise:
- er habe Thouless’ Verfahren benutzt und wiederholte Wörter ausgelassen
- der Schlüsseltext stehe „in einem zugänglichen Buch“, in einer Fremdsprache
- die Botschaft werde „nicht in einer einzigen Sprache“ sein (im Original „will not be in any one language“)

Er wählte bewusst Fremdsprachen, um jeden scheitern zu lassen, der auf häufige englische Wörter tippt. Wood ist laut Schmeh vor Jahrzehnten gestorben, und aus dem Jenseits kam nie ein Schlüssel.

